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Chronik der Zeitschrift für Graphische Literatur
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1983 An einem kalten Dezember-Nachmittag hatten wir – das sind die drei Comic-Fans Andreas Wiedemann, Heiko Hähnsen und Volker Hamann – die Schnauze voll! Carlsen wollte schon wieder die Preise für die Comic-Alben erhöhen, die Übersetzungen der Condor-Produktionen waren schlecht, und der Bastei Verlag hielt
die angekündigten Erscheinungstermine einfach nicht ein. Wir wollten unsere Stimme dagegen
erheben und planten die Herausgabe eines Comic-Fachmagazins. Es traf sich ganz gut, dass Heiko, seines Zeichens Hobby-Künstler und talentierter Zeichner, ohnehin eine Veröffentlichungsmöglichkeit für seine Comics suchte und nun den künstlerischen Teil des geplanten Magazins bestreiten sollte. Andreas und Volker
dagegen sollten die redaktionellen Tätigkeiten übernehmen und unserem Ärger Luft machen!
1984 Im Januar erschien die erste Ausgabe von „Comic Reddition“! Stolz lieferten wir die komplette Auflage – immerhin 32 Exemplare! – mit Bus und Bahn in den Comicladen unseres Vertrauens. Holger Dietrich von Dietschis Comicshop in Hamburg hatte uns angeboten, die noch kostenlose 0-Nummer auszulegen und
Werbung für uns zu machen. Auch die folgenden Ausgaben wurden in Mini-Auflagen von uns
fotokopiert und zu Dietschi gebracht; ab Ausgabe 1 kostete die „Comic Reddition“ DM 1,50.
Der Urlaub sollte uns nach England führen, doch das Personal auf den Fähren zwischen Holland und England war in einen Streik getreten: Wir saßen in Rotterdam fest! Schnell beschlossen wir, unser Interrail-Ticket
auszunutzen und Richtung französischer Atlantikküste aufzubrechen. Ein folgenschwerer Entschluss, denn auf unserem Trip
begegneten wir zum ersten Mal dem reichhaltigen französischen Comic-Angebot! Auf unserer letzten Station Richtung Heimat wurden in
einem zweifelhaften Amsterdamer Hotel Pläne für die folgenden Ausgaben der „Comic Reddition“ geschmiedet.
1985 In Reiner Hünerfauth und seiner Hinterhof-Druckerei in Pinneberg fanden wir unseren ersten
professionellen Partner. Bei ihm durften wir alles selbst machen – von der Blocktext-Eingabe über die Film-montage bis zur Herstellung der Druckplatten – und reduzierten dadurch die Kosten für die 500 Exemplare der
Der erste Werbeauftrag – die Beilage des Carlsen Comic Magazins – brachte uns mit Andreas C. Knigge zusammen, der uns wertvolle Tips für die professionellere Erscheinung der „Comic Reddition“ gab. Seine Erfahrungen als Herausgeber der „Comixene“ einige Jahre zuvor waren für uns wie eine Offenbarung!
Mit Mark O. Fischer und Stefan Linz konnten die ersten freien Mitarbeiter begrüßt werden, die sich um Rezensionen bzw. US-Comics kümmerten.
Erfolgreich wurde das Jahr dann aber doch noch durch die Teilnahme am 2.
Internationalen Comic-Salon in Erlangen. Die noch im Redoutensaal untergebrachte Messe war damals sehr überschaubar und hatte fast etwas Privates; für uns aber stand plötzlich die ganze Comic-Welt offen! Als dann noch das Gerücht die Runde machte, „Comic Forum“ würde sein Erscheinen einstellen und sucht einen Nachfolger für die Abonnenten-Kartei, witterten wir unsere Chance. Glücklicherweise wurde aus dem angedachten Joint Venture nichts und wir konnten
weiterhin unseren eigenen Weg gehen.
Nachdem bereits Heiko Hähnsen seine Mitarbeit an der „Comic Reddition“ mit Ausgabe 8 eingestellt hatte und sich in der folgenden Zeit seinem neuen
Magazin „Eisbrecher“ widmete, kündigte sich auch für Andreas Wiedemann im Herbst 1986 eine Veränderung an. Aus beruflichen Gründen würde er zukünftig keine Zeit mehr für das zeitraubende Hobby „Comic Reddition“ haben. Mit den neuen Mitarbeitern Roland Mietz, Georg F.W. Tempel und Dittmar Schnack war es Volker Hamann trotzdem möglich, das Magazin herauszugeben.
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© Verlag Volker Hamann, Edition Alfons
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