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Frisch Gesehen Folge 13: Detektiv Conan Film 29: Der gefallene Engel des Highways

»Du entkommst mir nicht!«


Detektiv Conan Film 29: »Der gefallene Engel des Highways«

Drehbuch: Takahiro Ôkura
Regie: Takahiro Hasui

Sony Pictures
JP, 2026 | 109 Minuten | Farbe | FSK: 12
Kinostart: 25.08.2026

Genre: Anime, Krimi, Action

Für alle, die das mögen: Detektiv Conan (und andere Spürnasen)



Auf dem Highway ist die Hölle los

Der 29. Detektiv-Conan-Film schießt übers Ziel hinaus

 

Nicht nur die Spider-Man-Filme, mit dessen jüngstem Vertreter Brand New Day Sony Pictures gerade weltweit die Kinocharts stürmt, sind eine Erfolgsgeschichte. Auch der titelgebende Hobbyermittler dieser Reihe ist bei dem Major-Studio eine feste Größe. Das zeigt allein die Anzahl seiner Kinoabenteuer. Bereits zum 29. Mal ist der 17-jährige Oberschüler Shin'ichi Kudô, der durch eine Vergiftung im Körper eines Grundschülers gefangen ist, auf der großen Leinwand zu sehen – und stellt damit selbst den britischen Geheimagenten James Bond, an dessen Spionagethriller die Detektiv-Conan-Filme stellenweise erinnern, in den Schatten.

Ausgedacht hat sich die Figur, die sich nach ihrer Transformation fortan Conan Edogawa nennt, der Mangaka Gôshô Aoyama vor etwas mehr als 30 Jahren. Seit 1994 sind im Mangamagazin Shônen Sunday mehr als 1000 Kapitel erschienen. Bereits 1996 folgten zunächst eine Animeserie und ein Jahr später der erste Kinofilm. Die Sammelbände des Manga, die in Deutschland bei Egmont Manga vorliegen, verkaufen sich nicht nur in Japan, sondern auch hierzulande prächtig. Ein Ende der Erfolgsstory, egal in welchem Medium, ist somit nicht in Sicht.

Jedes Jahr im April kommt ein neuer Detektiv-Conan-Film in die japanischen Kinos. Seit einigen Jahren schafft es die kleine Spürnase auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf die große Leinwand. Um die Angelegenheit auch nach bald 30 Einsätzen abwechslungsreich zu gestalten, müssen Conan & Co. stets an einem anderen Ort ihre Fälle lösen. Diesmal geht es zu einem Motorrad-Festival in die Präfektur Kanagawa, wo ein neues Polizei-Motorrad namens »Angel« vorgestellt wird, das über einen revolutionären Fahr-Assistenten verfügt. Doch schon bei der Anreise geraten Conan und seine Freunde ins Visier eines mysteriösen schwarzen Motorrads, das die Autobahn mit halsbrecherischen Aktionen in Aufregung versetzt und eine alte Bekannte auf den Plan ruft ...

... die Oberwachtmeisterin Chihaya Hagiwara, Leiterin des dritten Zuges der Verkehrs- und Bereitschaftspolizei, die die »Göttin des Windes« genannt wird, und es dank ihrer herausragenden Fahrkünste als Einzige mit dem komplett in Schwarz gekleideten Fahrer des geheimnisvollen Motorrads aufnehmen kann:

Der Vorfall bleibt nicht der letzte. Weil das Bike eine ähnliche Technik wie das neue »Angel«-Modell besitzt, wird es von den ermittelnden Behörden auf den Namen »Luzifer« getauft. Bald schon unterstützt der clevere Conan die mutige Verkehrspolizistin und ihren Kollegen, den Kommissar Jugo Yokomizo.

Wie von der Filmreihe gewohnt entspinnt sich auch im 29. Kinoauftritt ein Krimi mit doppeltem und dreifachem Boden, der mit Action, Humor und einer Prise Mystery angereichert ist. Dieses Mal verquickt der Drehbuchautor Takahiro Ôkura ein familiäres Drama über Verlust und Trauer mit einem Racheplot, dem er eine Verschwörung über illegale Motorrad-Rennen, Künstliche Intelligenz und den militärisch-industriellen Komplex untermengt. Spätestens als er in einer Actionsequenz schamlos ein Grundelement aus Jan de Bonts Speed (1994) abkupfert, schießt er jedoch über das Ziel hinaus. Das ist selbst für einen Detektiv-Conan-Film zu viel des Guten.

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Die Actionszenen sind rasant animiert, wirken in ihrer Ballung aber irgendwann redundant. Die größte Schwäche der Reihe bleibt derweil einmal mehr die Fülle an Figuren. Dieses Mal ist aber nicht die Unübersichtlichkeit, zu der die vielen verschiedenen Charaktere und Handlungsstränge bei all jenen führen, die mit dem Detektiv-Conan-Universum nicht vertraut sind, das Problem. Dieses Mal kommen einige der Figuren schlicht und ergreifend zu kurz. Trotz einer Laufzeit von 109 Minuten ist von Professor Hiroshi Agasa und den Detective Boys nicht viel zu sehen. Dementsprechend kommt der Humor im 29. Kinoauftritt deutlich kürzer als in vorangegangenen Filmen. Etwas mehr hätte es gern sein dürfen. Denn »Der gefallene Engel des Highways« bietet zwar ordentliche Unterhaltung, ist von den besten Detektiv-Conan-Filmen aber ein gutes Stück entfernt.

[Falk Straub]

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Abbildungen © 2026 Sony Pictures / © Gosho Aoyama / Shogakukan∙YTV∙TMS 1996