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Featured

BSV: Phantom Lady - Interview mit Eckhard Friedrich

13. Dezember 2014

Phantom Lady

Das »Golden Age« der US-Comics gab es in Deutschland nie so richtig. Dennoch begegnen viele Comicfans in Deutschland dieser ungestümen, zum Teil kruden Frühphase der Comics mit viel Wohlwollen. Zu den Highlights der Good-Girl-Art jener Zeit zählen die Werke von Matt Baker. CRON sprach mit Eckhard Friedrich, der Bakers wohlgeformte Heldin Phantom Lady für den deutschen Markt neu zugänglich macht.

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Comic des Jahres 2014: Irmina

11. Dezember 2014

irmina sm

Eine neunköpfige Fachjury ermittelt jährlich für die Tageszeitung Tagesspiegel den »Besten Comic des Jahres«. Dieses Jahr fiel die Wahl auf das »packende Drama um die Entscheidung zwischen persönlicher Freiheit und dem Drang nach gesellschaftlichem Aufstieg«: Irmina von Barbara Yelin.

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Schreiber & Leser: Die Neuheiten im Frühjahr 2015 - Interview mit Philipp Schreiber

06. Dezember 2014

corto teaser

Mit der Ankündigung der vollständigen Neuausgaben klassischer Meisterwerke der graphischen Literatur wie Corto Maltese von Hugo Pratt und Rork von Andreas überrascht der Hamburger Verlag Schreiber & Leser. Im Interview mit CRON beantwortet Verlagsleiter Philipp Schreiber Fragen zu diesen und anderen Neuheiten.

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Der Stand der Dinge bei YPS – Interview mit Christian Kallenberg

06. Dezember 2014

yps 1266 sm

Zwei Jahre nach dem Neustart des Gimmick-Magazins Yps als Premiummagazin für jung gebliebene Männer (»Eigentlich sind wir doch schon erwachsen«) geht es der Zeitschrift gut. Frisch erschienen ist Yps Nr. 1266 (mit Survival-Werkzeug) und CRON nahm das zum Anlass, um sich mit Chefredakteur Christian Kallenberg über den Stand der Dinge zu unterhalten.

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Gesucht: Die besten Comics des Jahres 2014

02. Dezember 2014

Seth

Der Tagesspiegel kürt die herausragenden Serien, Strips, Graphic Novels und Manga des Jahres 2014 – und Comicleser sind aufgefordert, mitzuwählen. Zu gewinnen gibt es wertvolle Buchpakete.

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Nicht vergessen: Batman-Tag-2014

28. November 2014

batman75jahre logo

Heiliger Gratiscomic! Morgen steigt die Bat-Sause in vielen Comicfachgeschäften Deutschlands. Batman wurde dieses Jahr 75 Jahre alt. Panini Comics feiert diesen Anlass mit einer »noch nie dagewesenen Aktion«, dem Batman-Tag.

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avant-verlag Programmvorschau 2015 - Interview mit Johann Ulrich

27. November 2014

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Der Berliner avant-verlag gibt heute sein Neuheitenprogramm für das erste Halbjahr 2015 bekannt. Elf Titel sind bis Juni 2015 geplant, darunter erstmals zwei Klassiker-Editionen unter dem neuen Sublabel »Maestro«. Im exklusiven CRON-Interview stellt sich Verlagsleiter Johann Ulrich Fragen zum neuen Programm.

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Das Carlsen-Comic-Programm im Sommer 2015 - Interview mit Klaus Schikowski

26. November 2014

Carlsen Comic 2015

Der erste Einblick in die vom Hamburger Verlag angekündigten Novitäten der Monate April bis September 2015 lässt Hoffnung aufkeimen: An der Elbe erscheinen weiterhin gute Comics für alle Altersschichten.

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Reprodukt Programmvorschau 2015 - Interview mit Sebastian Oehler

26. November 2014

Fritz the Cat

Der Berliner Verlag REPRODUKT hat sein neues Programm für das Frühjahr 2015 vorgelegt. Es gibt eine auswogene Selektion an Graphic Novels, Comicalben und neuen Kindercomics. Gleich vier Reihen werden in diesem Programm zum Ende geführt: Manu Larcenets düsteres Meisterwerk Blast, die Trilogie von Charles Burns, Pablo von Julie Birmant und Clément Oubrerie und das Fantasy-Epos Donjon. CRON sprach mit Vertriebsleiter Sebastian Oehler über einige der Neuheiten der kommenden Monate.

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Anime-Klassiker: Otomos Akira auf Blu-ray

21. November 2014

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Otomos Akira gilt als Meilenstein, sowohl als Manga als auch als Anime. Nun ist der Film in einer Special Edition als DVD und erstmals im deutschsprachigen Raum auch als Blu-ray erschienen. CRON nahm Film und »Steelbook« für seine Leser unter die Lupe.

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Carlsen Manga: Programmvorschau Sommer 2016 - Interview mit Kai-Steffen Schwarz

20. November 2014

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Der Carlsen Verlag gab das Neuheitenprogramm für den Sommer 2016 bekannt. Das kommende Jahr wird für Carlsen Manga besonders, denn es gilt, das 25. Bestehen zu feiern. CRON sprach mit dem langjährigen Programmleiter des Manga-Marktführers Kai-Steffen Schwarz über die Highlights des neuen Programms.

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ALFONZ-Enzyklopädie: Nr. 25-27

20. November 2014

alfonz enzy 1406 sm

Mit ALFONZ Nr. 4/14 sind drei neue Ausgaben der ALFONZ-Enzyklopädie erschienen. Seit dem Start des Projekts im vergangenen Jahr liegen damit bereits 27 Nummern vor.

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Das Carlsen-Manga-Programm im Sommer 2015 - Interview mit Kai-Steffen Schwarz

18. November 2014

Carlsen Manga 2015

Marktführer im Manga-Segment des deutschsprachigen Comicmarktes ist der Hamburger Carlsen Verlag. Dessen Ankündigungen neuer Programme werden immer mit großer Spannung erwartet. Wir haben uns die Neuheiten angeschaut und mit Programmleiter Kai-Steffen Schwarz über die Highlights gesprochen.

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Panini Programmvorschau 1. Halbjahr 2015 - Interview mit Alexander Bubenheimer

14. November 2014

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Marktführer Panini hat das Programm bis Juni 2015 bekanntgegeben, sowohl die Bände, die auch über den Buchhandel zu beziehen sind (Comics & Manga), als auch die Kiosktitel. Das Graphic-Novel-Programm gewinnt weiter an Profil. Das Imprint »Planet Manga« wird umbenannt und weiter ausgebaut. Längst sind die agilen Stuttgarter kein Verlag mehr, der sich nur Superhelden auf die Fahnen geschrieben hat. CRON sprach mit Alexander Bubenheimer, Director of Sales, bei Panini Comics in Deutschland.

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CAMP 1/2014 Magazin für Comic, Illustration und Trivialkultur

10. November 2014

Kann man sich mit Trivialem, insbesondere im Bereich der Comics, der Illustration, des Pulps oder der schönen Literatur auseinandersetzen, ohne gleich als »Fan« oder gar »Nerd« abgestempelt zu werden? Ist es überhaupt möglich, beim Umgang mit (beispielsweise) Abenteuer- und Liebesgeschichten oder nostalgisch verklärten Stoffen die nötige Distanz zu wahren und sich trotzdem als Connaisseur zu outen? Kann man einerseits gescheit und unterhaltsam, und andererseits feuilletonistisch sowie wissenschaftlich fundiert über Triviales schreiben, ohne überbordend akademisch zu wirken?

Das neue Magazin CAMP stellt sich dieser Herausforderung. In der stetig anwachsenden Geek-Kultur, die sich vornehmlich im Internet wie ein Virus ohne Hilfestellung gebende Korrektiven ausbreitet, will CAMP Orientierung bieten und Wege beschreiten, um die Universitäten einen großen Bogen machen oder auf denen sich die Fanszene mit den stets gleichen Aufarbeitungsansätzen, unkritischen Texten und nichtigen Details verirrt.

Lassen Sie sich ein auf eine Reise in triviale Gefilde, in die Grenzbereiche zwischen Trash und Kitsch, auf eine Beschäftigung mit den schönen Dingen, die man als Kind und Teenager begeistert konsumiert hat und denen man als erwachsener Mensch mit heimlichem Vergnügen begegnet. Im November 2014 erscheint die Debütausgabe von CAMP, die neben Sekundärliteratur auch Comics bietet. Frankobelgische Klassiker stehen ebenso auf dem Programm wie US-amerikanische Zeitungscomics. Hier ein erster Blick auf das Inhaltsverzeichnis:

  • LUPO modern. Horst Berner stellt die Kauka-Publikation vor, eine heute zu Unrecht fast vergessene Zeitschrift zwischen Comic und Popkultur

  • Atomino, der ungewöhnliche Held der kommunistischen Presse Italiens und sein Weg in der DDR wird von Guido Weißhahn beschrieben

  • Al Feldstein. Den Szenaristen und maßgeblichen Redakteur des EC-Verlages stellt uns Matthias Hofmann vor

  • Jean-Michel Charlier. Mit den eher unbekannten Serien und Geschichten des Abenteuer-Szenaristen Charlier (Blueberry, Buck Danny) abseits von Fliegerheldentum und Western beschäftigt sich Volker Hamann

  • Phantom. Bernd Frenz widmet sich einer nahezu unbekannten Facette der beliebten Serie

  • Zagor. In Deutschland kennt man ihn nur unter dem von Walter Lehning etablierten Namen »Rocky«. Es war ein kurzes Intermezzo von 1964 bis 1965. In Italien aber, dem Land seiner geistigen Väter Nolitta und Ferri, ist er seit 1961 bis heute präsent. Georg Seeßlen wagt für CAMP eine vorsichtige Liebeserklärung

  • Der Erste Weltkrieg. Heinz J. Galle nimmt uns mit in die Zeit zu Beginn des Grande Guerre, als es populär war, den Krieg per se toll zu finden und man sich die Zeit mit aus spannendem Heftromangarn gewobenen Soldateneskapaden vertrieb

  • David Wright. Mit seiner Mischung aus hochkultivierten Geschichten, mehrdimensionalen Charakteren und prächtiger Zeichenkunst übertrifft der britische Zeitungscomic Carol Day die meisten US-Strips seiner Zeit. Sein Erfinder David Wright schuf von 1956 bis 1967 einen Comic, der heute zu Unrecht vergessen ist. Dabei sind sogar ein paar Folgen in der BILD-Zeitung (als Carola Day) erschienen. Peter Richardson widmet sich für CAMP dem einzigartigen Künstler und seinem Werk

  • Glen Orbik. Interview mit unserem Coverkünstler von Bernd Frenz

  • EXTRA: Mit Michael Chabon und seinem Essay über die Entwicklung des Comicmarktes haben wir außerdem einen Pulitzer-Preisträger unter unseren Autoren

    Plus Comics von

  • Charles M. Schulz: Peanuts-Sundays in Farbe von 1964

  • Milton Caniffs Meisterwerk Steve Canyon aus dem Jahr 1947

  • Edgar P. Jacobs zeichnete 1964 eine Kurzgeschichte über die Entdeckung des Grabes von Tutanchamun

  • Raymond Reding: Section R, eine bisher unveröffentlichte Kurzgeschichte des Kai-Falke-Zeichners

  • Will: Der Harry und Platte-Zeichner überrascht uns mit Herrn Schrullig

CAMP 1/2014
Magazin für Comic, Illustration und Trivialkultur. Die etwas andere Zeitschrift für Nostalgiker & Freunde des optisch Schönen, Softcover, A4, 140 voll farbige Seiten, € 15.00, vergriffen

 


Leseprobe CAMP 1/2014:

 


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Herbstliches Comic-Highlight in Köln: 76. INTERCOMIC am 8. November

02. November 2014

INTERCOMIC

Am kommenden Samstag findet zum 76. Mal die INTERCOMIC in Köln statt. Sie gilt als eine der größten Comicbörsen in Deutschland und zu Recht als eine der am besten organisierten. Das ist nicht nur der mehr als 30-jährigen Tradition des Standorts Köln-Mühlheim und des vorherigen Veranstalters Norbert Hethke zu verdanken, sondern gegenwärtig vor allem der Energie und dem Enthusiasmus, den der jetzige Organisator Thomas Götze in die Veranstaltung einbringt. CRON sprach mit dem Wahl-Hamburger über das kommende Event.

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ECC und EGN Programm Sommer 2015 - Interviews mit Wolf Stegmaier und Jonas Blaumann

28. Oktober 2014

Don Quixote

Zwar steht der Winter an, aber traditionell geben die Egmont Verlagsgesellschaften (»Egmont Comic Collection«, »Egmont Graphic Novel« und »Egmont Manga«) ihr Neuheitenprogramm für den Sommer des Folgejahres bekannt, wenn die Blätter von den Bäumen fallen. Insgesamt 27 Novitäten bei der »ECC« (davon drei im Februar und März 2015), sowie sechs Neuheiten im Graphic-Novel-Imprint sind geplant.

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Verband Europäischer Comicfestivals gegründet

27. Oktober 2014

PREurocomics small

Europa wächst zusammen. Auch im Comicbereich. Zumindest bei den Comicveranstaltungen. Im Schweizerischen Lausanne gründete sich im Rahmen des »BD-FIL – Festival de Bande Dessinée de Lausanne« die sogenannte »Eurocomics« oder »European Comic Festivals Association« (ECFA). Deutschland ist mit dem Comic-Salon Erlangen vertreten.

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Endlich! Das Marsupilami kehrt zurück

17. Oktober 2014

Marsu-Teaser

Ein Ereignis, dem viele Comicleser in Deutschland entgegenfiebern, ist die Rückkehr des Marsupilamis in der Serie Spirou und Fantasio, die derzeit von Zeichner Yoann und Szenarist Vehlmann zu neuen Höhen getrieben wird. Doch bevor es soweit ist, gibt es für hiesige Fans schon vorher ein Wiedersehen.

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CAMP kommt im November

03. Oktober 2014

CAMP

Das Warten hat ein Ende! CAMP, die etwas andere Zeitschrift für Nostalgiker von der Edition Alfons erscheint im November 2014! Aus unserem Aprilscherz aus dem vergangenen Jahr ist Wirklichkeit geworden, und wir begeben uns auf eine Reise in triviale Gefilde, in die Grenzbereiche zwischen Trash und Kitsch, zur Beschäftigung mit den schönen Dingen, die man als Kind und Teenager begeistert konsumiert hat und denen man als erwachsener Mensch mit heimlichem Vergnügen begegnet.

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Der deutsche Comickomplex - Extended

01. Oktober 2014

Aus Melanie Schobers TEN

In Ihrem Artikel »Der deutsche Comickomplex« in der neuen Ausgabe von ALFONZ - Der Comicreporter geht Kristina Auer der Frage nach, warum eine Laudatio während der Max und Moritz-Preisverleihung keineswegs zur Spaltung der deutschen Szene führen sollte. Wir begleiten auf CRON das lesenswerte Statement, in dem u.a. Hella von Sinnen und Melanie Schober zu Wort kommen, mit den vollständigen Interviews der Beteiligten.

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Der deutsche Comickomplex - Interview mit Melanie Schober

01. Oktober 2014

In Ihrem Artikel »Der deutsche Comickomplex« in der neuen Ausgabe von ALFONZ - Der Comicreporter geht Kristina Auer der Frage nach, warum eine Laudatio während der Max und Moritz-Preisverleihung keineswegs zur Spaltung der deutschen Szene führen sollte. Was sagt Hella von Sinnen zu den Reaktionen auf ihre Laudatio zu Martina Peters' D-Manga TƎN? Alfonz und CRON präsentieren die aufschlussreichen Interviews mit Melanie Schober, Andreas Wiedemann und Hella von Sinnen, die eine Antwort auf diese und noch mehr Fragen geben.

Melanie Schobergermany48
im Gespräch mit ALFONZ

Die Interviews Teil 1: Melanie Schober (Mangazeichnerin aus Österreich; aktuelle Mangaserie Skull Party, erscheint bei Carlsen)

Foto (c) Melanie SchoberKristina Auer (Alfonz): In meinem Artikel möchte ich die Hintergründe der ganzen Diskussion rund um Hella von Sinnens Laudatio zu TƎN während der diesjährigen Max-und-Moritz-Preisverleihung ein bisschen beleuchten. Mich interessiert nun vor allem, was die ›Mangaleute‹ dazu bewogen hat, sich über die Anmoderation von Hella von Sinnen so sehr aufzuregen.

Melanie Schober: Also ich war ja auch mit dabei als Zuschauerin. Mich regt es natürlich auch persönlich auf, weil Martina eine gute Freundin von mir ist. Da ist man dann natürlich persönlich betroffen, wenn einer Freundin so etwas passiert. Und selbst wenn sie keine gute Freundin von mir wäre, hätte mich das schockiert – muss ich ehrlich sagen. Ich fand halt den Kontrast zu den Laudationes für die übrigen Comics und Zeichner ganz stark. Ich hatte das Gefühl, dass sich Hella schon lustig gemacht hat über Martina.

KA: Was genau hat dich an dieser Moderation am meisten gestört, welche Formulierung?

MS: Am meisten hat mich gestört, dass sie gesagt hat, dass sie »mit diesen ›Bill Kaulitz-Manga‹ nichts anfangen« kann. Sie meinte ja, das wisse man ja schon vom letzten Mal, dass ›Bill Kaulitz-Manga‹ nichts für sie sind. Und damit meinte sie halt die deutschen Manga, nehme ich mal an. Was mich daran aufgeregt hat, war, dass sie damit indirekt sagt, dass wir alle Dasselbe machen, dass das in irgendeiner Weise alles gleich aussieht. So habe ich das empfunden – dass das alles gleich zu bewerten ist, dass man da nicht irgendwie einen Unterschied macht und sich das Werk einzeln ansieht, sondern das sind halt diese ›Bill Kaulitz-Manga‹. Das hat mich persönlich ziemlich aufgeregt. Denn wir bemühen uns um Vielfalt. Das ist das Hauptvorurteil, hab' ich das Gefühl, dass Manga immer das Gleiche ist, alles gleich aussieht und dass man da gar nicht genauer hinschaut.

KA: Und ansonsten? Wie hast du den Comic-Salon erlebt dieses Jahr, bezogen darauf, wie mit Manga und deutschen Mangazeichnern umgegangen wurde?

MS: Ich hatte nicht das Gefühl, dass der Comic-Salon uns jetzt wirklich schlecht behandelt. Ich habe mich schon wohlgefühlt. Man hat schon gespürt, dass der Comic-Salon eher ein ›Comic‹-Salon und kein ›Manga‹-Salon ist. Aber das ist ja auch okay. Wir haben ja dafür auch unsere Manga-Conventions und so. Bei der Signierstunde ist dann z.B. nicht so viel los. Da sitzt man dann – und neben einem ist der Joscha Sauer oder der Ralf König und die haben dann halt eine Schlange bis keine Ahnung wohin. Aber damit kann ich gut klarkommen. Das einzige, was ich nicht so toll fand, war, dass sie den Doujinshi-Bereich mit den Hobbyzeichnern so sehr außerhalb platziert haben. Witzigerweise sind trotzdem genug Leute vorbei gekommen – also das Gefühl hatte ich schon –, aber vor zwei Jahren war das besser. Das war näher am Salon dran, also nicht auf einem anderen Platz. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass der Comic-Salon gedacht hat: »Ach die Manga-Leute setzen wir jetzt hier in die Ecke, denn die wollen wir nicht haben.« Das glaube ich nicht. Ich hatte nicht das Gefühl, dass wir absichtlich ausgegrenzt wurden. Dieses Gefühl hatte ich eben nur bei der Laudatio von Hella.
Vom Gefühl her glaube ich, dass nur Hella wirklich ein Problem mit deutschen Manga gehabt hat. Ich hatte nicht den Eindruck, dass die Veranstalter des Salons ein Problem mit deutschen Zeichnern haben. Die wollten denen eher auch noch eine Plattform bieten und sie integrieren.
Vom Gefühl her glaube ich, dass Hella einfach nichts mit deutschen Manga anfangen kann. Da denk ich mir halt, ob sie die richtige Person ist, um so was zu moderieren, wenn sie da so voreingenommen ist. Dann sollte man halt Hella nicht gerade die deutschen Manga machen lassen, wenn man schon weiß, dass sie die halt nicht so mag und dass sie da voreingenommen ist.

KA: Ich habe die Diskussion, die um diese Moderation stattgefunden hat, ja auf Facebook und über andere Netzwerke so ein bisschen mitverfolgt und viele, gerade von den ›Comicleuten‹, waren überrascht, dass Martina Peters oder gerade auch viele Mangafans sich über die Moderation, die Formulierungen, die da gefallen sind, so sehr aufgeregt haben – und dass Martina Peters sogar in Tränen ausgebrochen ist. Ganz häufig habe ich so etwas gelesen wie: »Warum steht die da nicht drüber? So was kommt halt mal vor. Warum nimmt die das so ernst? Warum nimmt die sich das so zu Herzen?« Kannst du mir vielleicht Martinas Reaktion erklären?

MS: Martina ist sehr emotional und sie ist auch ein sehr stolzer Mensch. Sie legt sehr viel Wert auf Respekt ihr gegenüber und auch anderen gegenüber. Sie ist ein sehr loyaler Mensch. Es ist ja auch so, dass es nicht nur Comiczeichner gegeben hat, die sich darüber gewundert haben, dass wir uns so aufgeregt haben. Es gab auch Comiczeichner, die klar auf unserer Seite standen und gesagt haben: »Boah, das fand ich jetzt aber nicht okay.« Wir hatten viel Zuspruch, auch von Comiczeichnern, die gesagt haben: »Was war denn das jetzt?!« Schisslaweng meinte auch zu uns, dass er das nicht okay fand. Er war ja der direkte Konkurrent von Martina und er meinte, dass ihm das total leidgetan hat, wie das da gelaufen ist, dass das für ihn auch schon so ein bisschen die Veranstaltung trübt. Das zeigt, dass das nichts ist, was wir Mangazeichner uns eingebildet haben. Ich glaube, manche wollen das so darstellen: »Och, die empfindlichen Mangazeichner da. Die wollen halt irgendwie Zucker in den Arsch geblasen kriegen.«
Was noch dazu kommt: Es ist nicht nur mal so, dass der deutsche Manga so runtergemacht wird. Das ist eigentlich etwas, worunter unsere Szene allgemein schon zu leiden hat. So empfinde ich das. Es gab vor kurzem von Millus einen Blogartikel darüber, wie verderbt die deutsche Mangaszene doch sei. Also, dass wir ja alle nur kleine Kinder sind, die vom Verlag überwacht werden müssen, damit wir keinen Blödsinn machen, dass wir unsere Deadlines nicht einhalten ... und anderen Unsinn hat er verbreitet. Dann gab es renommierte Comiczeichner, die sich geäußert haben, z.B. Ulli Lust, die meinte, dass sie von diesen deutschen Manga-Mädchen nichts hält, die immer ihrem japanischen Vorbild nachhecheln und ja eigentlich nichts Eigenes machen. Das hat sie halt auch gesagt, obwohl sie bisher keinen deutschen Manga wirklich gelesen hat. Sie hat einfach nur ihre Vorurteile da wiederholt. Ich empfand das halt so, dass auf der Max-und-Moritz-Preisverleihung wieder dieses Vorurteil zementiert wurde mit diesem Satz mit den ›Bill Kaulitz-Manga‹. Ich hatte das Gefühl, die beschäftigen sich gar nicht damit. Ich glaube, das Wichtigste für die deutschen Zeichner wäre, wenn sich die Jury mal bewusst ansehen würde, was da gemacht wurde, was da geleistet wurde.
Das ist etwas, womit wir wirklich zu kämpfen haben, dass wir noch immer nicht als Individualisten, sondern nur als eine Masse von Zeichnern wahrgenommen werden, die japanische Manga nachmacht. Dass wir wirklich allesamt einen eigenen Stil haben, auch einen eigenen Stil zu erzählen, und dass wir verschiedene Geschichten erzählen, das scheint niemanden wirklich zu interessieren. Ich empfand es schon als sehr beleidigend für die ganze Szene, so mit Martina umzugehen. Und deswegen ist sie dann wahrscheinlich auch in Tränen ausgebrochen: wegen diesem ganz starken Kontrast zwischen der Art und Weise, wie Hella die anderen Comics gelobt hat und wie sie das Lob für Martinas Comic formuliert hat. Bei den anderen ging Hella immer auf die Zeichnungen oder die Geschichte ein. Bei Martina waren die Musikempfehlungen zu den einzelnen Kapiteln das Einzige, das sie gelobt hat. Also man empfindet das dann doch nicht als Lob, weil das ja eigentlich gar nichts mit ihren Zeichnungen und der Geschichte zu tun hat – selbst wenn Hella es nett gemeint hat. Angekommen ist es so, dass das einzig Gute an Martinas Manga das ist, was nichts mit ihrem Manga zu tun hat, nämlich die Musikempfehlungen. Ich glaube, dass sie deswegen dann halt geweint hat. Denn es ist keine leichte Arbeit einen Manga zu zeichnen. Es ist nicht so, dass das nur Spaß macht oder so. Es ist viel Arbeit. Man sitzt stundenlang pro Tag da und hat Hoffnungen und Träume und dann kommt man so weit, sitzt auf der Verleihung und erwartet sich zumindest eine respektvolle Laudatio und dann kommt so etwas ... Das sind alles die Dinge, die zusammenspielen: Also, die Erwartung, dass man vielleicht was erreicht, die Erwartung, dass man respektiert wird – auch von der ganzen Comiccommunity, denn im Grunde machen wir ja alle das Gleiche, wenn man es jetzt mal auf die Basics herunterbricht. Aus meiner Sicht ist das alles ein Ding, ob nun japanisch angehaucht oder nicht. Diese Trennung, die gefällt mir sowieso nicht. Dann spielt das halt alles so zusammen: die hohe Erwartungshaltung, die Dinge, die wir schon erlebt haben, die viele Arbeit, die da drin steckt. Deswegen glaube ich, war das dann bei Martina so emotional.

KA: Kannst du vielleicht noch ein bisschen mehr eingehen auf die negativen Dinge, die ihr erlebt habt in den letzten Jahren?

MS: Von Anfang an gab es viele Hater, die meinten, dass die Deutschen alle nicht zeichnen können und dass nur Japaner Manga zeichnen können.
Was mir noch aufgefallen ist: Ich war ja auch oft für den Sondermann nominiert, auch wenn ich es nie geschafft habe. Ich habe mir halt dann immer die Rezensionen vom Spiegel Online durchgelesen, also wie die so klangen. Da ist mir dann halt schon aufgefallen, dass die Rezensionen für die deutschen Manga oft ein bisschen spöttisch klangen. Bei mir stand mal, dass ich mich am RTL 2 Nachmittagsprogramm inspiriert habe.
Was über die Jahre heruntergebrochen zu sagen ist, ist halt, dass es immer Leute im Internet gab, die dagegen waren, die gesagt haben: »Warum dürfen die Manga zeichnen, das sind keine Japaner, die sollen verschwinden.« Dann Journalisten – besonders von denen aus dem Comicbereich –, die das nicht wirklich ernst genommen haben und halt immer mit dieser ›Och, das ist doch alles Dasselbe‹-Keule gekommen sind.
Seit es Facebook gibt und die Facebook-Künstlerseiten, hat sich viel verbessert. Das hat wohl irgendwie den Blick auf uns Zeichner verändert. Man hat mehr gesehen, wie sehr sich die ganze Szene auch Mühe gibt, eine Geschichte zu entwickeln oder Figuren zu entwickeln, die begeistern. Man hat dann halt mitverfolgen können, wie eine Figur entwickelt wird. Dann kamen immer mehr richtige Fans, loyale Fans hinzu.
Es gibt immer noch negative Leute, aber es wächst auch das Positive. Deswegen hat man ja auch gehofft, dass mit dem Einmarsch der deutschen Manga beim Max-und-Moritz-Preis das dann noch besser wird. Dass dann irgendwann mal die Comiczeichner neben den Mangazeichnern stehen und sich die Hand reichen und sagen: »Ja tolle Arbeit, die du geleistet hast. Ich habe das auch gelesen, was du gemacht hast.« Das wäre der Oberhammer! Ich lese ja auch Comics aus Deutschland. Ich habe ja auch zum Beispiel von Ulli Lust Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens gelesen. Ich fand den Titel schon so cool. Und den Comic fand ich auch total toll und dann war es halt auch sehr traurig von Ulli Lust so etwas zu hören, dass sie diese Manga-Mädchen nicht ernst nehmen kann.

KA: Es gab ja mal diese Chibi Manga von Carlsen: Auf Animexx habe ich gelesen, dass es da mal so eine Chibi-Manga-Verbrennung gab. Was hat es denn damit auf sich?

MS: Ja, das stimmt. Es gab sogar mal eine Manga-Verbrennung. Ich glaube, das war der Chibi Manga Geeks von Michael Rühle. Da hat halt jemand Bilder davon gepostet, wie er diesen Chibi verbrennt, weil er ihn ja so schlecht findet. Die Bilder hat er im Animexx-Forum gepostet. Das wurde dann natürlich gelöscht. Denn das ist ja höchst beleidigend. Aber es gab auch andere Sachen, z.B. hat Olga Rogalski eine Mail bekommen, als sie ihren Manga veröffentlicht hat, dass sie gefälligst wieder in ihr Loch zurückkriechen soll, aus dem sie gekommen ist und dass sie sich aus der Szene verpissen soll. Ich habe ja auch schon mal so etwas Ähnliches erlebt. Als ich angefangen habe, hat jemand nach dem zweiten Band von Personal Paradise extra einen Blogeintrag verfasst und aufgeführt, was alles schlecht ist an dem Ding und hat dabei auch Kleinigkeiten kritisiert, wie die Länge der Zigaretten und so. Der hat sich da halt auch lustig gemacht über das Ganze. Als keine Reaktion von mir kam, haben sie das dann auch direkt im Animexx-Forum verlinkt, damit ich das ja auch sehe – das Ganze verpackt als Rezension. Das Traurige an der Sache war, dass das halt auch irgendwie Kollegen waren, die das Ganze gemacht haben.
Für mich ist es schwer verständlich, warum es da zum Teil so viel Hass gibt. Ich sage immer: »Leben und leben lassen.«

KA: Das heißt also, ihr werdet nicht nur von ›Comiczeichnern‹ in dem Sinne angegriffen, sondern auch wirklich von Leuten, die aus der eigenen Community kommen ...

MS: Ja, leider gibt es auch Kollegen innerhalb der Szene, die nicht so freundlich sind. Ich finde, dass das total der falsche Weg ist, sich gegenseitig fertig zu machen. Denn was bringt das auch für eine Außenwirkung? Ich meine, dann haben ja diverse Leute Recht, die sagen, dass wir ein Kindergarten sind.
Jedes Mal, wenn dann wieder irgendwer aus dem Nichts auftaucht und rumtrollt, denke ich: »Nein, hört doch auf, seid euch doch einig untereinander!« Gerade gemeinsam könnten wir ja auch viel mehr schaffen ... Ein schönes Beispiel ist »BALL BOY«, ein Handymanga, der von sechs deutschen Mangazeichnern in Zusammenarbeit auf der DoKomi 2014 herausgebracht wurde.
Wenn wir mehr Zusammenhalt demonstrieren würden oder uns zumindest mehr gegenseitig akzeptieren würden, dann würden wir öfter so Sachen machen wie BALL BOY und dann kämen wir einfach mehr voran. Das würde uns mehr helfen, wenn wir manchmal ein bisschen einiger wären oder wenn sich halt manche Leute zusammenreißen würden.

KA: Ich verstehe jetzt, dass gerade durch diese ganzen Erfahrungen, die ihr gemacht habt als Zeichner, dass durch die Anfeindungen und Abwertungen, die von außen kamen, die Community insgesamt ein wenig empfindlich ist.

MS: Ich glaube die ganze Community sehnt sich halt nach Anerkennung von etwas, das renommiert ist. Der Max-und Moritz-Preis ist ja etwas, das auch außerhalb unserer Szene renommiert ist und etwas von Wert darstellt, genauso wie der Sondermann, den es ja leider nicht mehr gibt. Ich glaube danach sehnt sich die Mangaszene so ein bisschen: Dass mal jemand sagt: »Boah, die Mangazeichner haben ganz schön viel erreicht in den letzten 15 Jahren. Sie sind Individualisten und haben es verdient, gefördert zu werden.«
Ich glaube, das würde uns schon reichen an Anerkennung, wenn die Comiczeichner sagen: »Ja, unsere Mangakollegen, die machen ja im Grunde das Gleiche wie wir, sie versuchen halt ihre Visionen umzusetzen in ihrem eigenen Stil und das finden wir cool und wir unterhalten uns auch mit denen.«


Die weiteren Interviews zum Thema im Überblick

Teil 1: Melanie Schober (Mangazeichnerin aus Österreich; aktuelle Mangaserie Skull Party, Carlsen)
Teil 2: Andreas Wiedemann (Verlagsvertreter für den Comic- und Bahnhofsbuchhandel, Egmont)
Teil 3: Hella von Sinnen (deutsche Komikerin; Moderation der Max-und-Moritz-Preisverleihungsgala seit 2010)


Weiterführende Links:

Mehr über ALFONZ - Der Comicreporter Nr. 4/2014.

Videomitschnitt der Preisverleihung des Max-und-Moritz- Preises 2014 auf Splashcomics.de.

Der Erlanger Entschuldigungsbrief im Comicforum.

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Der deutsche Comickomplex - Interview mit Hella von Sinnen

01. Oktober 2014

In Ihrem Artikel »Der deutsche Comickomplex« in der neuen Ausgabe von ALFONZ - Der Comicreporter geht Kristina Auer der Frage nach, warum eine Laudatio während der Max und Moritz-Preisverleihung keineswegs zur Spaltung der deutschen Szene führen sollte. Was sagt Hella von Sinnen zu den Reaktionen auf ihre Laudatio zu Martina Peters' D-Manga TƎN? Alfonz und CRON präsentieren die aufschlussreichen Interviews mit Melanie Schober, Andreas Wiedemann und Hella von Sinnen, die eine Antwort auf diese und noch mehr Fragen geben.

Hella von Sinnengermany48
im Gespräch mit ALFONZ

Die Interviews Teil 3: Hella von Sinnen (deutsche Komikerin; Moderation der Max-und-Moritz-Preisverleihungsgala seit 2010)

Foto (c) Agnetha Linnemann

Hella von Sinnen: Ich hab’ dir ja mein Moderationsskript geschickt … Jetzt erklär mir doch bitte mal, was da in Erlangen passiert ist, weil ich es beim besten Willen nicht verstehe.

Kristina Auer (Alfonz): Ich versuche es mal: Also ich habe das Ganze ja auch so ein bisschen auf Facebook mitverfolgt. Da gab es eine ziemlich ausführliche Diskussion wegen der Max-und-Moritz-Preisverleihung 2014. Ich stimme dir zu: Wenn ich nur den Text gelesen hätte, den du an dem Abend vorgetragen hast, dann hätte ich ihn einfach nur lustig formuliert gefunden und mich ebenfalls über die zahlreichen negativen Reaktionen gewundert. Da ich aber an jenem Abend selbst im Publikum saß, kann ich dir sagen, dass das Hauptproblem wahrscheinlich der Tonfall war, mit dem du den Text vorgetragen hast. Hinzu kommt, dass viele deutsche Mangazeichner geradezu allergisch auf alles reagieren, was in Richtung ›pauschale Kritik‹ geht, da diese sehr oft geübt wurde und wird an den deutschen Manga. Meistens bezieht sich diese Kritik auf den Zeichenstil. Deshalb wurde wahrscheinlich dein Begriff ›Bill Kaulitz-Manga‹ auch so häufig kritisiert. Die deutschen Mangazeichner bemühen sich mittlerweile sehr um einen individuellen Zeichenstil und wollen deshalb nicht pauschal abgestempelt und in irgendeine Schublade gesteckt werden. Ein weiterer kritischer Punkt bei deinem Moderationstext ist deine Aussage, dass du »den ersten Band von TƎN nicht gelesen« hast. Auch wenn du damit die Vorgeschichte K-A-Ǝ meintest, kam das an dem Abend so rüber, als hättest du TƎN nicht gelesen oder hättest den Band bestenfalls durchgeblättert.

HvS: Wenn ich die Moderation mache für Erlangen, lese ich jeden Band, den ich bekomme, von vorne bis hinten oder von hinten bis vorne durch. So viel Respekt erweise ich jedem Künstler und jeder Künstlerin und man wird ja wohl noch Vorlieben haben dürfen …
Nun hätte ich aber wirklich gerne mit der Martina Peters an dem Abend noch mal gesprochen und mich auch wirklich entschuldigt, weil mir das nicht so bewusst war, dass ich da irgendwie Porzellan zerschmissen habe.

KA: Es gab auch Leute, die sich an der Debatte beteiligt haben und sich geradezu gefreut haben über deine Kommentare zu TƎN, da sie die so verstanden haben, dass dir dieser Comic überhaupt nicht gefällt. Dann gab es natürlich viele Leute, vor allem aus der Mangaecke, die es total schlimm fanden, auf welche Art und Weise du deine Meinung zu TƎN geäußert hast. Ich glaube, was viele als Problem sehen, ist dass du bei den anderen Comics einfach noch mehr gelobt hast. Bei den anderen hast du ganz, ganz deutlich gelobt und auch aus deiner eigenen Perspektive gelobt und bei diesem Comic hast du die Jury zitiert, was das zeichnerische und erzählerische Können der Autorin angeht. Es war nicht deine eigene Meinung. Du hast diese Meinung zitiert.

HvS: Ich habe die Meinung der Jury zu Martina Peters’ zeichnerischem Können zitieren müssen, weil ich die deutsche Mangaszene nicht kenne.

KA: Das kam aber sehr wahrscheinlich als Distanzierung rüber. Ich meine, dass du die Meinung der Jury zitiert hast, anstatt aus deiner eigenen Perspektive etwas Positives über die Zeichnungen oder die Story zu sagen. Das noch in Kombination mit der Aussage, dass du den ersten Band nicht gelesen hast und dir beim zweiten Band vor allem die Playlist gut gefallen hat, hat den Eindruck erzeugt, dass du den Comic im Grunde ganz grauenvoll fandest.

HvS: Ich habe gesagt: »Ich finde die Idee mit der Playlist als Soundtrack zu den einzelnen Kapiteln sehr gut, sehr filmisch.«
Ich habe den Comic sogar für meine Verhältnisse am Ende sehr gelobt. Es tut mir leid, wenn das falsch oder komisch rüberkam oder einfach nur als Kritik. Denn es war überhaupt gar keine Kritik. Denn ich kann mir gar kein Urteil erlauben, weil ich nicht weiß, worum es geht in der ganzen Geschichte.
Ich sitze hier nicht in Köln und sage, was ist der deutsche Manga bitte für ein überflüssiger Dreck. Das Gegenteil ist der Fall. Denn ich sehe, was die deutschen Mangazeichner für eine riesige Fangemeinde haben – die Daniela Winkler hat ja damals nicht umsonst für Grablicht den Publikumspreis bekommen – und ich bin nicht so dumm, dass ich mich überheblich über etwas lustig machen würde oder verreißen würde, was ich selber gar nicht in der Lage bin, zu können oder wirklich beurteilen zu können .

KA: Zu der ganzen Debatte gehört eine lange und komplizierte Vorgeschichte. Das versuche ich auch, in meinem Artikel deutlich zu machen. Das Problem ist, dass viele deutsche Mangazeichner aufgrund dieser Vorgeschichte einfach etwas dünnhäutig sind, wenn es um diese Art von ›Kritik‹ geht. Ich glaube die meisten haben es noch nicht einmal als Kritik, sondern schlichtweg als Abwertung empfunden.

HvS: Es war weder eine Kritik noch war es eine Abwertung. Ich habe gesagt, ich kann mit dieser Form von Ästhetik nicht so gut etwas anfangen, vor allem nicht, wenn ich nicht in die Geschichte reinkomme, wenn ich nicht weiß, worum es geht, weil ich den ersten Band nicht gelesen habe. Und dann habe ich gesagt, dass ich die Idee mit der Playlist super finde. Ich finde, mehr kann man von mir nicht verlangen.
Ich bin nicht so ein Mensch. Ich würde mich das nicht trauen. Dazu beneide ich viel zu sehr die Menschen, die wirklich zeichnen können, die allein Perspektive hinkriegen, die allein Hände malen können und Schatten malen können. Ich habe da so einen Riesenrespekt davor. Ich würde das niemals runtermachen. Aber ich muss in Erlangen sagen dürfen: »Dieser Comic hat mich geflasht und damit konnte ich jetzt nicht so viel anfangen.«
Es tut mir sehr leid, dass ich Martina Peters Gefühle ungewollt verletzt habe.
Das ist wirklich nicht mein Anliegen und das ist auch nicht meine Art. Und ich habe da auch kein Recht dazu, mich in irgendeiner Art und Weise lustig zu machen. Und wenn die deutschen Mangaka in den letzten Jahren irgendwie ein bisschen komisch, doof oder ablehnend behandelt worden sind und man mir das eventuell im Vorfeld schon mal irgendwer so erklärt hätte, dann hätte ich das vielleicht sogar zum Anlass genommen, an dieser Stelle eine Lanze zu brechen.
Ich habe aber jetzt auch schon zu Bodo Birk gesagt: Wenn ich das in zwei Jahren noch einmal moderieren sollte und dann ist wieder ein deutscher Manga dabei, dass den auf jeden Fall Christian Gasser bespricht und nicht ich.

KA: Zumindest, läufst du so keine Gefahr, dich in ein Fettnäpfchen zu setzen. Du müsstest dich dann auch nicht durch weitere deutsche Manga hindurchquälen, mit denen du ja anscheinend wirklich nichts anfangen kannst.

HvS: Ich habe immer jedes Buch gelesen. Dann treffe ich mich mit dem Christian Gasser. Dann sagt er, worüber er wirklich gerne sprechen würde. Dann waren da aber auch ein paar dabei, wo ich sagte: »Bitte, bitte mach du die. Ich kann die irgendwie nicht loben.« Bei TƎN habe ich zugestimmt, weil ich die Idee mit der Songliste so gut fand, dass ich wusste, ich kann auf der Bühne etwas Positives sagen. Deswegen habe ich gesagt: »Dann mach’ ich TƎN, weil darüber kann ich schwärmen.« Ich habe mir wirklich jedes Lied gegoogelt und das fand ich originell.
Deswegen bin ich ja auch so verletzt. Ich, Hella, ich bin wirklich richtig verletzt, dass ich dermaßen missverstanden worden bin. Weil ich mich da oben hingestellt habe und wollte wirklich etwas Positives sagen über ein Sujet, von dem ich überhaupt nicht verstanden habe, worum es geht. Und dann habe ich da aber so viel verstanden mit der Playlist und habe mir da wirklich Mühe gegeben und deswegen waren meine Gefühle auch verletzt.

KA: Wie gut, dass du mir das erzählt hast! Beim größten Teil des Publikums ist das, glaube ich, als Ironie oder als Sarkasmus angekommen, als du das gesagt hast. Die haben das nicht so verstanden …

HvS: Ich bin sehr dankbar für unser Gespräch. Denn mir läuft das jetzt nach, seitdem der Carsten Meißner an dem Abend gesagt hat, die Martina saß da und hat geweint. Seitdem läuft mir das nach, weil ich es nicht verstanden habe.
Ich fühle mich da komplett missverstanden. Das war nicht so gemeint. Das ist einfach ein so richtig beschissenes Missverständnis, das ich nicht will.
Die Arbeit für den Comic-Salon und jetzt auch für den Meißner mit Aufgezeichnet.tv ist eine der schönsten Arbeiten, die ich in meiner bisherigen Karriere machen durfte. Und auch die Mangas … auch wenn ich im Allgemeinen nichts mit denen anfangen kann, ich lese die sehr interessiert durch.
Wenn ich es so meinen würde, dann hätte ich es auch so gesagt. Da lasse ich mir auch nicht das Maul verbieten. Und wenn jetzt irgendein Flix oder ein Ralf König einen Comic machen würde, der mir gar nicht gefällt, dann werde ich das auch sagen. Man muss ja wohl noch seine Meinung sagen dürfen.
Wer bin ich, da die Fresse aufzureißen. Ich weiß schon, wer ich bin und was ich weiß und was ich nicht weiß. Never ever würde mir das in den Sinn kommen, bis auf meine kleinen ironischen Bemerkungen, die ich da mal mache mit Bill Kaulitz und selbst das ist ja irgendwo auch liebevoll gemeint, weil ich Bill Kaulitz ja irgendwie auch goldig finde.


Die weiteren Interviews zum Thema im Überblick

Teil 1: Melanie Schober (Mangazeichnerin aus Österreich; aktuelle Mangaserie Skull Party, Carlsen)
Teil 2: Andreas Wiedemann (Verlagsvertreter für den Comic- und Bahnhofsbuchhandel, Egmont)
Teil 3: Hella von Sinnen (deutsche Komikerin; Moderation der Max-und-Moritz-Preisverleihungsgala seit 2010)


Weiterführende Links:

Mehr über ALFONZ - Der Comicreporter Nr. 4/2014.

Videomitschnitt der Preisverleihung des Max-und-Moritz- Preises 2014 auf Splashcomics.de.

Der Erlanger Entschuldigungsbrief im Comicforum.

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